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It's real, it's us , it's bad, experts agree, it's not too late.
Globaler Klimastreik, Weltklimagipfel, erwachsene Menschen, die sich aggressiv an der Medienpräsenz einer wort- und inhaltsgewaltigen Schülerin abarbeiten. Das Thema Klimaschutz steht weit oben auf der Agenda und wird auch von seinen Unterstützer:innen mit immer gemischteren Gefühlen betrachtet: Das eigene schlechte Gewissen nervt - weil man es einfach nicht schafft, so klimafreundlich zu leben, wie man es für richtig hält. Man sieht mit Entsetzen zu, wie Politiker:innen bei weltweiten meetings den Klimaschutz wieder nicht voranbringen. Fühlt Ermüdung und Lähmung, angesichts der Größe und Unübersichtlichkeit der zu bewältigen Aufgaben. Welche Chance soll darin bitte liegen?

Massiv interaktiv
Nach einem Impulsvortrag des Bremer Umweltphysikers Uli F Wischnath begibt sich das Publikum mit der App slido auf die Reise in das kollektive Bewusstsein: Wo sind die Hürden, die aktives Klimaschutzhandeln verhindern? Ist es toll oder grauenhaft, eine CO2 Bilanz von XY Tonnen zu haben? Und wie viel Sinn macht es, als Einzelne/r täglich auf's Neue eine Aufgabe anzugehen, die eines Teams von Superheld:innen mehr als würdig wäre?

Alle sind Teil der Lösung
Mit dem Modellprojekt Klimaschutz For All will der gleichnamige Verein ab Anfang 2020 dazu anleiten, handlungsfähiger in Sachen Klimakrise zu werden: Denn Veränderungen zu erlernen, funktioniert denkbar schlecht im Rahmen eines Katastrophenabwehrprogramms. Stattdessen setzt das Programm auf Lernvorgänge, die auf kreativen, gemeinschaftlichen Prozessen beruhen. Und auf dem Wunsch Veränderungen zugunsten einer positiven Vision zu bewältigen – kann das ein Motor für wirksame Veränderungen und Lust am Klimaschutz sein?



Nach einer spannenden Zeit mit Konzipieren, Drehen, Schneiden, Vertonen und Betiteln unseres neuen Crowdfunding-Videos, haben wir es vor einer Woche online gestellt. Es ist nicht nur viel schöner anzusehen als das Letzte, auch inhaltlich haben wir Klimaschutz For All in den letzten Monaten noch nachgeschärft. Dazu gleich mehr.
Bilanz der ersten Woche unseres Fundraisings: Wir haben gut 700 € an Spenden bekommen und einen Gesamtspendenstand von gut 2.500 € erreicht. VIELEN DANK allen Spender:innen auch auf diesem Weg.

Die Klimakrise ist auch eine Chance
Wenn es eine Sache gibt, deren Wichtigkeit mir in den letzten Monaten und insbesondere Wochen noch bewusster geworden ist, dann ist es, dass wir viel mehr zeigen müssen, dass die Klimakrise auch eine Chance ist. Wir verhalten uns derzeit als Gesellschaft insgesamt so, dass wir einerseits auf die Katastrophe schauen, die uns bevorsteht, wenn wir nicht schnell genug handeln, und andererseits auf all das, was schwieriger wird, wenn wir das Klima schützen. Es erscheint so, als ob die Alternativen wären: Entweder gut leben und den Klimaschutz vernachlässigen oder sich kräftig beschneiden und seiner Verantwortung gegenüber den Menschen gerecht werden, die jetzt schon und noch viel mehr in der Zukunft unter der Klimakatastrophe leiden werden. Das ist Quatsch. Aber leider sind es nicht nur diejenigen, die den Klimaschutz bremsen wollen, die es so darstellen, auch die Klimaschutzbewegung stellt oft den Verzicht in den Vordergrund. Wir werden viel mehr Mitmacher:innen finden, wenn wir eine ansteckende Vision haben.Wir sollten nicht nur mit vernünftigem Verzicht, nachvollziehbarer Wut und berechtigter Frustration unterwegs sein, sondern auch und insbesondere mit dem Bild von einer besseren Welt, dem guten Gefühl, dass sich einstellt, wenn Wissen und Handeln zueinander passen, und mit konkreten Ideen, was zu tun sich wirklich lohnt.

Die Vision eines klimafreundlichen guten Lebens:
- Ich werde mich freuen, wenn ich dann mal in einem Haus lebe, das so gut gedämmt ist, dass ich keine kalten Füße bekomme, wenn ich am Schreibtisch sitze, und das ganz ohne eine hohe Heizkostenrechnung zu zahlen.
- In einer Welt mit einer sinnvoll gestalteten klimafreundlichen Mobilität, wären die meisten unserer Freund:innen und Bekannten, die Opfer von Verkehrsunfällen geworden sind, wahrscheinlich verschont geblieben.
- Krieg um Öl (und andere Energieträger) wird in einer klimaneutralen Welt der Vergangenheit angehören; zumindest, wenn wir vernünftig sind und unseren Energiebedarf senken und den Schwerpunkt unserer Energieerzeugung auf Deutschland legen.
- Wir werden gesünder leben, wenn nicht mehr so viele Abgase aus der Verbrennung von Öl, Gas und Kohle in unserer Atemluft sind Frische Luft, Fitness und ein Stück Kuchen zusätzlich im Kalorienbudget sind die erfreulichen Begleiterscheinungen der Umstellung auf eine Fahrrad- und Fußgänger-zentrierte Mobilität
- Wenn wir so manches, was wir nicht wirklich brauchen, erst gar nicht kaufen, dann gewinnen wir die Freiheit, mit weniger Arbeit unseren Lebensunterhalt verdienen zu können. Und letztlich ist es doch oft die Zeit, die uns heutzutage am dringendsten fehlt.

Auf die Gesamtbilanz kommt es an: Her mit dem klimafreundlichen guten Leben
Klar, es gibt auch Sachen, wo das Weniger nicht mehr ist, sondern Weniger. Es ist schade, wenn bestimmte Urlaubsziele wieder in eine schwerer erreichbare Ferne rücken. Aber die Gesamtbilanz kann eine wirklich gute sein, wenn wir nur dafür sorgen, dass wir die Kurve rechtzeitig kriegen. Lasst uns also Schluss machen damit, dass Klimaschutz im Wesentlichen mit Verzichten und Verboten assoziiert wird. Lasst uns die Vision eines klimafreundlichen guten Lebens an die Wand malen und in die Köpfe vieler Menschen bringen. Diese Bewusstseinsänderung zu bewirken, ist ein wesentlicher Ansporn dafür, das Programm Klimaschutz For All zu verbreiten.

Bitte unterstützt unsere Fundraising-Kampagne
Wir bitten euch alle um Hilfe, damit das Programm weiterentwickelt werden kann. Macht das Fundraising zu einem Erfolg indem ihr spendet und/oder die Kampagne verbreitet. DANKE

Oktober 2019: Vereinsgründung von "Klimaschutz For All"
Im Anschluss an die Veranstaltung am 18.10.19 haben wir Klimaschutz For All als gemeinnützigen Verein gegründet. Das eröffnet die Möglichkeit einen Antrag bei der Bremer Umweltförderung zu stellen, der einen schon gestellten Antrag beim Umweltbundesamtes ergänzen soll.

September 2019: Klimaschutz meets Findorff
Klimaschutz For All war in den letzten Wochen auf diversen Veranstaltungen in Findorff vertreten: Beim Findorffer Sommerfest, beim Schulfest der Oberschule Findorff, beim BioStadt-Tag auf dem Findorff-Markt und beim Straßenfest anlässlich des Marathons. Am Freitag 18.10. haben wir dann selber ein kleines Fest gemacht unter dem Motto "Kaffee, Kuchen, Klimaschutz" im Klimacafé in der Münchener Str. 146, das von unserem Kooperationspartner, der Klimazone Findorff, betrieben wird.

August 2019: Start des Modelllaufs im Januar 2020
Den Start des Modelllaufs haben wir jetzt für den 11.1.2020 festgelegt. Wir werden den Modelllauf im Bremer Stadtteil Findorff mit 40 Menschen durchführen; die Werbung von Teilnehmenden hat begonnen; die ersten 12 haben sich auch schon angemeldet! Der Modelllauf wird ein co-kreativer Prozess, in dem das Programm durch die Rückmeldungen der Teilnehmenden stetig verbessert wird.

Juli 2019: Proof of Concept auf der Breminale und Teilnahme an der Climate Action Challenge
Das Konzept des Programms wurde im Juli auf der Breminale in Kooperation mit InnoQuarter einem proof-of-concept-Test unterzogen. Die Rückmeldungen waren sehr positiv und die Tatsache, dass das Programm einen Nerv trifft, wird auch durch die Rückmeldungen bei der Werbung von Teilnehmenden und die ersten Anmeldungen bestätigt (s. u.). Klimaschutz For All ist seit 1. Juli Teil der Climate Action Challenge der Social Acceleration Platform ProjectTogether. Über diese Plattform bekommen wir Unterstützung in Form von wertvollen Kontakten, einer Community von Gleichgesinnten und – ganz wichtig – durch ein sehr hilfreiches Coaching. Vielen Dank an Karin Tanger!

Mai 2019: 2000 € Spenden und 3 neue Mitstreiterinnen
Im ersten Anlauf der Fundraisingkampagne sind ca. 2000€ zusammengekommen und drei der in diesem Rahmen Angesprochenen arbeiten seitdem regelmäßig bei der Weiterentwicklung des Programms mit. Vervollständigt wird der Kreis der Aktiven durch die Klimazone Findorff als Kooperationspartnerin für den Modelllauf.

 

27.09.2019 Klimapaket der Bundesregierung: Note mangelhaft

Das Klimapaket – eine schwere Enttäuschung
Fridays for Future geht seit 9 Monaten auf die Straße und fordert von der Politik, beim Klimaschutz zu handeln. Und zwar so, dass der globalen Gerechtigkeit und der Gerechtigkeit zwischen den Generationen Rechnung getragen wird. Nun hat die deutsche Bundesregierung geantwortet: Sie hat ein Klimapaketchen geschnürt, das kleiner ist als alles, was die von der Regierung bestellten Gutachter empfohlen hatten. Begründet wird dies damit, dass den Bürger:innen nicht mehr zugemutet werden kann.

Das hohe Bewusstsein für das Thema Klima hätte mehr möglich gemacht.
Der Grundgedanke, dass Klimaschutz nur funktioniert, wenn er die Menschen nicht überfordert, ist richtig und wichtig, und ist auch bei Klimaschutz For All ein zentrales Element. Gleichzeitig müssen wir mit großen Schritten in Richtung Klimaneutralität voran schreiten, wenn wir die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens einhalten und eine Klimakatastrophe vermeiden wollen. In dieser Situation ist es die Aufgabe der Regierung den Bürger:innen zu erklären, dass besondere Umstände besondere Maßnahmen erfordern. Und sie muss die soziale Härten abfedern, die mit den Maßnahmen einhergehen. Vor dem Hintergrund, dass Klimaschutz mehr als 80 % der Menschen in Deutschland wichtig ist, sind gute Voraussetzungen dafür gegeben, dass ein ambitionierter und sozial ausgewogener Klimaschutz auf Akzeptanz stößt – wenn er denn gut erklärt wird.

Das Klimapaket ist eine Zumutung – für alle, die jetzt und später unter den Folgen des Klimawandels leiden
Das jetzt geschnürte Klimapaketchen hingegen bedeutet, anderen eine große Bürde aufzuladen: Den Menschen im globalen Süden, die schon jetzt vermehrt unter Dürren, Überflutungen und Wirbelstürmen als Folgen des Klimawandels am stärksten leiden, und den jungen und nachfolgenden Generationen, die in einer Welt mit schweren ökologischen und gesellschaftlichen Verwerfungen wird leben müssen. Anderen Menschen wird damit sehr viel zugemutet, um den Bürger:innen heute Zumutungen zu ersparen, die im Vergleich dazu relativ harmlos sind.

Das wenige, was beschlossen wurde, ist unwirksam und ungerecht
Konkret ist der Kernpunkt der Kritik am Klimapaket der viel zu geringe Preis für CO2, der zudem erst in zwei Jahren erhoben werden soll. Ottmar Edenhofer, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung und Berater der Regierung zum Thema Klimaschutz, hat vorgeschlagen, mit einem Preis von 50 Euro pro Tonne einzusteigen. Die Regierung hat ihn allerdings bei 10 Euro angesetzt.
Zusätzlich gibt es ein Sammelsurium von Einzelmaßnahmen mit fraglicher Wirksamkeit. Die Erhöhung des Spritpreises durch die CO2-Abgabe z. B wird für Pendler:innen durch eine höhere Pendler:innenpauschale in einem Maße kompensiert, dass diese teilweise am Ende besser dastehen als vorher. Am profitabelsten ist diese Regelung für diejenigen, die weite Strecken fahren und hohe Steuern zahlen. Unseres Erachtens wird das dem Anspruch eines sozial ausgewogenen ökologischen Umbaus nicht gerecht.
Von verschiedenen Seiten wird der Umfang des Pakets gelobt: 50 Milliarden Euro sollen ausgegeben werden. Aber es kommt eben nicht darauf an, dass viel Geld, sondern dass es sinnvoll ausgegeben wird. Das ist an vielen Stellen fraglich.

Die Politik muss spüren, dass dieses Paketchen nicht ausreicht – tun wir was dafür!

Mit Klimaschutz For All machen wir eigene Schritte zur Verringerung unseres eigenen CO2-Fußabdruckes. Ein Ziel davon ist, dass der Politik gezeigt wird, dass ambitionierte Klimapolitik auch auf Gegenliebe stößt. Daneben wird es in den nächsten Monaten besonders wichtig sein, sich gesellschaftlich und/oder politisch zu engagieren, um so Druck aufzubauen, dass das Klimapaket noch mal sinnvoll neu geschnürt wird.

Was können wir persönlich dafür tun? Am 29.11. ist der nächste Globale Klimastreik; da wollen wir noch mehr Menschen auf der Straße sein und Farbe bekennen. Kommst du? Und wen bringst du mit? Zudem  macht es Sinn Politiker:innen Briefe oder Emails zu schreiben, in denen wir zum Ausdruck bringen, was wir erwarten. Und es wird auch noch eine Reihe von Petitionen und Kampagnen geben, die durch weitere Unterschriften und Beteiligung an Gewicht gewinnen. Eine von vielen Umweltverbänden und anderen NGOs getragene Petition wurde schon gestartet und hat nur eine Woche nach dem Klimapaket-Disaster schon 270.000 Unterschriften.

Noch gibt es viele Wege zum Klimaschutz – zeigen wir der Regierung, dass die eingeschlagene Richtung in mancher Hinsicht zwar stimmen mag, aber dass dieses Paketchen keineswegs ausreichend ist.

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Termine

Fast jeden Freitag, 15:00 – 18:00 Uhr, Infozeit im KlimaCafé Findorff, Münchener Straße 146
Fragen zu Klimaschutz For All? Lust mal eine Minibilanz zu machen und zu sehen, wo du mit deinem CO2-Fußabdruck im Vergleich zu den Klimaschutzzielen stehst? Fragst du dich, was mit dem Begriff Handabdruck eigentlich gemeint ist und wie sich der vergrößern lässt? Oder du hast einfach eine Frage zum Thema Klimaschutz und Klimawandel? Dann komm einfach vorbei: Wir beschnacken das!

Donnerstag 05.12.19, 18.30 Uhr,
NZNB Verden, Veranstaltung "Klimakrise neu denken: Weil wir Teil der Lösung sind"
Auf dem Klimagipfel wird ab Anfang Dezember wieder darüber geredet, wie der Klimaüberhitzung Einhalt geboten werden kann. Alles, was bisher dort erarbeitet wurde, ist um Längen zu wenig, um die Ziele des Pariser Abkommens einhalten zu können. Vor diesem Hintergrund dürfen wir die Lösung der Klimakrise nicht den Gipfeltreffen und der Politik allein überlassen. Wir müssen als Einzelne und als Zivilgesellschaft selber zu einem Teil der Lösung werden. Wie? Das werden wir in dieser Veranstaltung mit Euch/Ihnen zusammen beleuchten.

Fr 10.12.19 ab 19 Uhr
Klimastreik, Weltklimagipfel und der Permafrost taut schneller als gedacht! Die dominierenden Empfindungen in Sachen Klimakrise: Überforderung, Schuld und diffuse Angst. Kein Wunder, dass es schwierig ist, richtig viele Menschen für ein so negativ besetztes Thema zu begeistern! In einer interaktiven Veranstaltung erkunden wir mit euch, warum Klimaschutz oft so wenig Spaß macht und vor allem: Wie sich das ändern lässt. Außerdem stellen wir Ideen vor, die uns aus der Falle locken: Denn wir sind alle Teil der Lösung!

Samstag 07.12.19
1 Jahr Klimaschutz For All
Die Entstehung von Klimaschutz For All geht auf eine Begegnung von Uli F Wischnath mit der "we are still in" coalition aus den USA auf dem Klimagipfel in Katowice am 7.12.2018 zurück. Vieles hat sich seit der ersten Idee verändert, aber die damals entstandene Erkenntnis, dass die Zivilgesellschaft beim Klimaschutz voran gehen muss, ist immer noch im Zentrum der Arbeit von Klimaschutz For All.